Islands Weihnachtsgesellen

03.12.2020 Durch Julia Hövelkamp. O Comments

Wenn man mit einer furchterregenden Trollfrau als Mutter und einem faulen Troll als Vater in einer kalten und verdreckten Höhle hoch in den Bergen leben würden, denkst Du, dass Du sehr nett wärest? Nun ja, die isländischen Weihnachtsgesellen sind nicht besonders nett. Es gibt 13 dieser Plagegeister-Brüder. Jeder taucht in einer der 13 Nächte vor Weihnachten auf, um Chaos in isländischen Häusern anzurichten.  

Das hier sind Weihnachtsgesellen und Co.



GRÝLA Eine furchtbare Trollfrau, die unartige Kinder frisst. Warum sie nicht schon vor langer Zeit ihre eigenen aufsässigen Söhne aufgefressen hat, ist ein Rätsel.

LEPPALÚÐI (Lepperludi) Grýlas Tunichtgut von Ehemann frisst weder Menschen noch stellt er irgendeinen Unfug an. Er ist offensichtlich das schwarze Schaf in der Familie.

GLUGGAGÆGIR (Fensterglotzer) Wenn Du denkst, dass Du ein hässliches Gesicht an Deinem Fenster siehst, dann ist das vermutlich er. Ziehe einfach die Vorhänge zu. Er ist harmlos.

ÞVÖRUSLEIKIR (Löffellecker) An Löffeln bleibt nicht viel Essen hängen. Wenn Du es also vorziehst, Dich mit Löffelablecken zu begnügen, dann wirst Du genauso dünn wie dieser Bruder.

GÁTTAÞEFUR (Türschlitzschnüffler) Eine große Nase ist praktisch, um Essen zu erschnüffeln. Besonders wenn es um das isländische Laubbrot geht, das vor Weihnachten gebacken wird.

BJÚGNAKRÆKIR (Wurststibitzer) Passe besser auf Deine Hotdogs und Salamis auf. Ausgenommen vielleicht, wenn es vegane Varianten sind.
POTTASLEIKIR (Topfschaber) Er hasst Lebensmittelverschwendung und liebt es, Töpfe auszuschaben und das zu essen, was an den Topfwänden und am Boden festklebt.

GILJAGAUR (Schluchtenkobold) Er versteckt sich gerne in Schluchten und erschreckt Leute, wenn sie vorbeikommen. BUH!

SKYRGÁMUR (Quark-Gierschlund) Dieser Bruder kann gar nicht genug vom Magermilchquark Skyr bekommen. Nun ja, Skyr ist ja auch ein sehr gesundes isländisches Lebensmittel. Hast Du ihn schon probiert?

KERTASNÍKIR (Kerzenschnorrer) In alten Zeiten wurden Kerzen aus Fett hergestellt und waren essbar. Wir haben keine Ahnung, was dieser komische Geselle heute isst.

STÚFUR (Knirps) Der winzigste Bruder hat einen riesigen Appetit. Am liebsten stiehlt er angebrannte Reste aus Pfannen.

KJÖTKRÓKUR (Fleischangler) Geräuchertes Lamm ist eine Delikatesse, die zu Weihnachten in Island verspeist wird. Es sei denn, dieser Bruder ist schneller als Du in der Speisekammer.

HURÐASKELLIR (Türenknaller) BAMM! Du denkst, das war der Wind? Falsch gedacht. Der Türenknaller geht vermutlich um.

JÓLAKÖTTURINN (die Weihnachtskatze) Das ist kein flauschiges Kätzchen, das man streicheln möchte. Sie frisst jeden auf, der sich für Weihnachten nicht mindestens ein neues Kleidungsstück kauft.

ASKASLEIKIR (Essnapflecker) Er ist berüchtigt dafür, die Holzschalen zu stehlen, aus denen die Isländer in alten Zeiten gegessen haben. Heute tut es auch jede alte IKEA-Schale.

STEKKJASTAUR (Schafsschreck) Der erste der Weihnachtsgesellen, der aus den Bergen herab kommt, hat eine Lieblingsbeschäftigung: Schafe ärgern. Zum Glück für ihn hat Island viele davon.

Zum Glück haben sich die Weihnachtsgesellen im Lauf der Zeit durch den Besuch in isländischen Häusern ein paar Manieren angeeignet. Heutzutage hinterlassen sie kleine Geschenke in den Schuhen von artigen Kindern.

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Text von Sigríður Ásta Árnadóttir.
Illustrationen von Björn Þór Björnsson.
Dieser Artikel ist im Herbst 2019 im Icelandair Stopover-Bordmagazin erschienen.
Banner-Foto: Leuchtfigur von Jólakötturinn (der Jul- oder Weihnachtskatze) in der Innenstadt von Reykjavík.

Autorin: Julia Hövelkamp. (8 posts) 

Julia ist bei OTT Ansprechpartnerin für die Kunden im deutschsprachigen Markt. Sie ist in der PR und Social Media zu Hause und liebt es, neue Länder und Kulturen zu erkunden. Sie bringt immer ein kleines Andenken von ihren Reisen zurück.